Heute Morgen um 5.45 Uhr standen wir vor Kälte zitternd, aber überwältigt von der Aussicht, auf dem Vulkan "Acatenango" auf 3976 m.ü.M.
Die Reise begann am Samstagmorgen um 9.00 Uhr als ein Kleinbus uns und 18 weitere Touristen in Antigua einsammelte. Erster Halt war die Schule im Nachbardorf, um die Eintrittsgebühr für den Nationalpark zu bezahlen und bei Bedarf Mützen, Handschuhe und Jacken zu mieten. Vor der Weiterfahrt erhielten wir zudem unser Fresspaket mit Mittag-, Abendessen und Frühstück. Die Begeisterung beim Anblick hielt sich in Grenzen.
Weiter ging es zum Startpunkt unserer Wanderung auf 2200 m.ü.M.
Die jüngeren Teilnehmer (ja, wir gehören inzwischen nicht mehr zu den Jungen..) versorgten sich vorsorglich noch mit Schnaps und dann liefen wir los. Bald zeigte sich, dass einige Gspänli noch nie eine Wanderung gemacht haben und entsprechend wenig fit und schlecht ausgerüstet waren. Trotzdem schleppten sie sich weiter den Berg hinauf. Der Weg war steil und rutschig. Je weiter wir vorankamen, machte sich auch die Höhe bemerkbar.
Nach etwa der Hälfte war Mittagspause, wobei der Erste bereits sein lunchpaket verloren hatte. Weiter ging es, nun etwas weniger steil. Nach insgesamt etwa 5 Stunden Aufstieg erreichten wir unser Nachtlager auf 3500 m.ü.M. Die Zelte waren bereits aufgestellt und die Campingmatten und Schlafsäcke ausgerollt. Wer aufs Klo musste, kämpfte sich ein paar Minuten durch das Geröll aufwärts. Auf dem improvisierten Plumpsklo konnte man sich, bei wunderbarer Aussicht auf den aktiven Vulkan Fuego, erleichtern.
Bald zogen aber Wolke auf und es wurde eisig kalt. Wir versuchten uns am Lagerfeuer aufzuwärmen, doch der beissende Rauch, jagte uns immer wieder weg. So legten wir uns bald nach dem Abendessen ins Zelt.
Die extreme Höhe machte uns zu schaffen, so wälzten wir uns lange hin und her und erholten uns nur wenig. Morgens um 4 wurden wir wieder geweckt, wickelten uns in alle verfügbaren Schichten und warteten darauf loslaufen zu können. Inzwischen hatte sich der Nebel teilweise aufgelöst und wir durften auf klare Sicht hoffen. Als auch die Letzten den Rückweg vom Wc gefunden hatten, konnten wir endlich loslaufen. Bei jedem Schritt merkten wir die Höhe und kamen mächtig ins Schnaufen. Eine gute Stunde Aufstieg stand uns bevor. Auf dem Weg nach oben begann es zu Dämmern und wir erhielten einen ersten Vorgeschmack auf die Aussicht vom Gipfel. Kurz vor dem Gipfel legte Adrian noch einen Zahn zu und schaffte es gerade noch vor dem Sonnenaufgang zum Krater. Zoe japste da noch den Gipfelhang hoch. Auf dem Gipfel wehte ein kräftiger Wind, der uns innert Sekunden die Finger in Eiszapfen verwandelte. Doch die unglaubliche Aussicht machte alle Strapazen wieder gut.
Der Abstieg gestaltete sich wesentlich einfacher. Wir rannten die Geröllfelder runter und waren in 20 Minuten zurück beim Lager, wo uns eine heisse Schokolade und Frühstück erwarteten.
Die Guides schienen überhaupt nicht erschöpft und auch wir hatten Freude daran, so rannten wir auch die restlichen 1300 Meter den Berg hinunter. Mit müden Beinen und dem sicheren Gefühl, dass uns morgen Muskelkater erwartet fuhren wir zurück nach Antigua.
Zoe, Adrian, das ist ja abenteuerlich. Coole Aussicht!
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