Freitag, 14. April 2017

Songkran

Wir sind gewappnet für das 2. Jahr Reisen und feiern dieses Ereignis am Songkran-Fest in Chiang Mai. Es wird das Thailändische Neujahr gefeiert. Zu diesem Anlass werden diverse Buddhastatuen durch die Stadt getragen und rituell gewaschen - sie werden mittels Wasserpistolen oder Bechern mit Wasser beworfen. Auch die Leute Waschen sich gegenseitig und wünschen sich alles Gute für das nächste Jahr. Wie bei diesen Temperaturen zu erwarten, artet dieser Brauch aus und führt zu einer 3 Tage dauernden Wasserschlacht. Niemand bleibt trocken! Die Einheimischen richten sich mit Wasserfässern und Eimern vor ihren Häusern ein, die sich fortbewegenden Leute bewaffnen sich mit Wasserpistolen. Auch die Tuktuk-Fahrer rüsten ihre Fahrzeuge auf, damit sich die Fahrgäste verteidigen können. Dies ist auch notwendig, da Tuktuk Passagiere wohl die beliebtesten Ziele sind. Manche Fahrer bremsen sogar ab, damit die Angreifer vom Strassenrand einen gezielten Angriff durchführen können.
Geht einem unterwegs der Wasservorrat in der Pistole aus, darf man ihn gerne an einem Wasserfass nachfüllen. Während dem Prozess des Nachfüllens, wird man aber fortlaufend mit Eimern voller Wasser überschüttet. Wenn man pech hat, ist es Eiswasser..
Nun, aber genug erzählt, Wir bewaffnen uns wieder und verlassen das sichere Kaffee. Es werden keine 3 Minuten vergehen, bis wir komplett durchnässt sind. ;)


Freitag, 7. April 2017

Thailand

Nach 7 Wochen in Myanmar gönnten wir uns eine Pause vom Reisen. In Pai, einem Aussteigernest im Norden Thailands, fanden wir ein Projekt, welches nachaltige Entwicklung von Tourismus und den kulturellen Austausch fördern will. Wir durften uns für vier Wochen beim Bau von zwei Erdhäusern nützlich machen, welche als Schlafsäle für zukünftige Projektteilnehmer dienen sollen. Wir nächtigten solange endlich wieder einmal in einem Zelt. Für vier Wochen hatten wir wieder eine regelmässige Tagesstruktur, ein Schlafplatz und eine Küche. Gleich an unserem ersten Wochenende bot sich uns die Gelegenheit das Engagement des Vereins näher kennenzulernen. Es ging für ein Wochenendworkshop in ein Kayan Dorf nahe Mae Hong Son an der thailändisch-burmesischen Grenze. Die Kayans - eine der vielen Ethnien Myanmars - sind wegen des andauernden Bürgerkriegs in Myanmar aus der angrenzenden Shan Provinz nach Thailand geflüchtet.. Seit bald 30 Jahren leben die Meisten von ihnen völlig entrechtet in drei grossen Flüchtlingscamps in der nördlichen Provinz Mae Hong Son. Die überwiegende Mehrheit lebt ohne Papiere, ihnen wird das Reisen innerhalb Thailands selbst innerhalb der Provinz nur bedingt und mit einer zubeantrageden Erlaubnis gewährt. Nur einigen auserwählten (Sarkasmus!), wegen ihrer traditionellen Halsreifen besonders für den Tourismus geeigneten Familien, hat die thailändische Regierung das siedeln in kleinen Dörfern genehmigt. Da es ihnen untersagt ist zu arbeiten, ist der Tourismus ihre einzige Einkommensquelle. Der Besuch von Touristen in organisierten Gruppen, welche den Kayans durchs Dorf latschten und Fotos von den sogenannten "Giraffenfrauen" oder long-neck machten, führte zunehmend zu Unmut unter den Kayans. Hier kommt nun die Organisation von Christina Jordan ins Spiel. Sie wurde über Umwege auf die Situation der Kayans aufmerksam gemacht und gebeten ihnen bei der Entwicklung von nachhaltigerem Tourismus zu helfen. So entstand auch das Konzept für unseren Wochenend Workshop.



Wir verbrachten ein Wochenende im Dorf schliefen bei einem jungen Ehepaar - Mu Hau ist 22 Jahre alt und seit sieben Jahren verheiratet- und wurden von ihnen traditionell bekocht. Nachmittags und morgens organisierten sie Workshops und so lernte Adrian wie man Kuhglocken und Trinkflaschen aus Bambus  herstellt während Zoe Armreifen schmiedete und eine Kayan Figur aus Holz schnitzte. Abends führte man uns - etwas unmotiviert - traditionelle Musik und Tänze vor. Unsere Gastgeberin war besonders unerfreut, da die Präsentation genau zur Sendezeit ihrer Lieblingssoap fiel. Wir machten uns nach der Aufführung mit ihr schleunigst auf den Nachhauseweg, wo wir auf einem, mit Solarenergie betriebenen Minifernseher die Thaisoap schauten. Auch ohne Übersetzung erschlossen sich uns die Abgründe dieses Liebesdramas.
Der Workshop fand in dieser Form zum dritten Mal statt und war für uns ein grossartiges Erlebnis. Die Workshops führen dazu, dass nicht die Frauen mit ihrem Halsschmuck die Attraktion des Besuchs sind, sondern die Kayans mit ihrem Wissen, ihrer Kunst und ihrem Handwerk. Neben all dem waren die schönen, geschmückten Frauen eines von vielen Produkten. Für uns entstand der Eindruck, dass den Dorfbewohnern der Tourismus auf diese Weise angenehm war, auch wenn man mit der Musik- und Tanzeinlage etwas ins alte Tourismusschema fiel von Objekt und Betrachter. Das Übernachten bei Mu Hau machte unseren Besuch um vieles persönlicher und wir hatten die Gelegenheit uns über alltägliche Dinge aus unserer und ihrer Kultur auszutauschen. Wir lernten jedoch viel über die alltäglichen Probleme der Kayans als Flüchtlinge ohne Staatszugehörigkeit in Thailand.
Mit einer äusserst tollen Erfahrung im Gepäck machten wir uns auf unserem gemieteten Scooter auf der kurvenreichen und mit Waldbränden gesäumten Strasse zurück nach Pai.




Zurück in Pai lernten wir Häuser zu bauen aus Lehm, Schlamm, Sand und Stroh und ein paar thailändische Gerichte zu kochen. Zudem hatten wir die Gelegenheit beim Bau einer Schule mitzuwirken. Etwas zu bauen nur mit den Ressourcen, welche die Natur bereit hält war für uns beide eine prägende Erfahrung. Wir nutzen die Gelegenheiten, die unser längerer Aufenthalt an einem Ort mit sich brachte und die zur Verfügung stehenden Einrichtungen - besonders die Küche- auch für alltägliche Freuden, wie wieder einmal Pancakes zum Frühstück zu braten und einen Zopf zu backen.




Dienstag, 21. Februar 2017

Raus aus Myanmar

Nach 7 Wochen in Myanmar ist es Zeit zum Weiterziehen. Da 20 Tage unseres Aufenthalts über das Visum hinausgingen, wussten wir nicht was uns an der Grenze erwarten würde. Wir hielten Alles für möglich, von total unkompliziert, über Busse bezahlen, bis stundenlang abwarten. Denn offizielle Infos kriegt man keine, nicht einmal auf dem immigration Office in Mandalay.


 Ganz so schlimm war es am Ende doch nicht.. Es war total unkompliziert und sie waren zufrieden solange wir brav die Gebühren bezahlten. So liefen wir schon bald über die Freundschaftsbrücke nach Mae Sot (Thailand) und wurden wieder mit dem ungewohnten linksverkehr konfrontiert. Bald geht es weiter nach Chang Mai, wo wir eine Pause vom Reisen machen und uns mit Kochkurs, Lesen, Faulenzen und hoffentlich besserem Essen beschäftigen werden.

Unsere Reiseroute durch Myanmar:


Freitag, 3. Februar 2017

über Schlafmangel und den Tod eines Toastbrotes

Dass die Reise von Mrauk U nach Bagan beschwerlich wird, war uns schon im vornherein klar, da es keine direkte Busverbindung gibt, die Strassen schlecht sind und die Strecke lang. Gestern morgen klang unser Plan jedoch äusserst vielversprechend. Morgens um 9 auf den Bus in Richtung Mandalay, um 3 Uhr nachts Wechsel auf den kleineren Bus nach Bagan. Ankunft morgens zwischen 5 und 6, pünktlich zum Sonnenaufgang. Wir befinden uns aber immer noch in Myanmar, daher ist das mit den Plänen so eine Sache.. Obwohl es, nicht - wie es viele erwarten würden - um Pannen und Verspätungen ging.. Morgens um 9 ging es also los. Rein in den Bus, erste Tat: Sitz reparieren, zweite Tat: Kopfhörer und Musik in die Ohren. Uns erwarteten 18 Stunden burmesische Soaps und karaoke-liebeslieder.. Die kennen wir alle schon von den letzten Tagen und Nächten im Bus oder Zug oder Boot. Die ersten Stunden rumpelt der Bus von Schlagloch zu Schlagloch, um tausendundeine Kurve, durch wunderschöne Hügellandschaften.


Beim zweiten Kontrollposten, beim Verlassen des Rakhine Distrikts, schaut ein Polizist etwas genauer in unseren Pass und meint überrascht: "your visa expired!", und zeigt dabei auf den thailändischen Ausreisestempel, "but your visa is ran out!" Als er den Irrtum bemerkt und den Stempel für Myanmar sieht ist er noch überraschter, da das Visum wirklich abgelaufen ist. Wir erklären ihm wir seien auf dem Weg nach Mandalay und würden bei der Ausreise die übrigen Tage bezahlen und so liess er uns ziehen. Weiter geht es die Piste bergauf und -runter, inzwischen sind wir ziemlich hungrig, da wir die Mittagspause versäumt haben. Gegen 9 Uhr abends ist es endlich soweit und wir ergattern uns einen Tisch in der Strassenküche. Wir kriegen jedoch keinen Durchblick im System. Setzten sich Einheimische an einen Tisch werden sofort Schüsseln mit Essen serviert, bei uns aber nicht. Also schnappen wir uns eine Servicefachkraft und zeigen ihm den Zettel mit dem burmesischen Wort für vegetarisch und siehe da, bald stehen auch bei uns Reis, Gemüse und Suppe auf dem Tisch. Und dann gehts auch schon wieder weiter. Langsam wird die Strasse etwas ruhiger und flacher und wir ergattern eine Stunde Schlaf. Dann werden wir aber auch schon wieder aufgeweckt aus dem Bus getrieben. Wir müssen hier raus und umsteigen. Es ist halb eins in der Nacht. Sofort werden wir von einem tüchtigen Busbilletverkäufert aufgefangen und kriegen die Info, dass der Bus in 30 Minuten fährt und wir so um 2 Uhr in Bagan seien.. Der Bus fuhr schlussendlich um 2 und setzte uns gegen 3 Uhr 6km ausserhalb von Bagan ab. Natürlich warteten da ein paar nette Taxifahrer, welche uns für ein Vermögen gerne mitgenommen hätten. Da aber kein weiches Hotelbett auf uns wartete entschieden wir uns zu laufen. Der offerierte Taxipreis sank mit jedem Schritt der uns dem Ausgang des Busbahnhofes näher brachte. Der letzte rief uns nur noch hinterher "cheaper, cheaper". Um vier erreichten wir das uns empfohlene Hotel und waren froh das Gepäck abgeben zu können. Schlafen zu gehen lohnte sich nicht mehr, also gab es Frühstück. Da wir gebratene Nudeln und gebratenen Reis nach einem Monat nicht mehr sehen und riechen können, bestellten wir " bread mix milk".. Wir erhielten Tostbrot ertränkt in warmer Milch und gesüsster Kondensmilch..


 "Nooo, Why??" Wer tut sowas? Wir sind keine grossen Toastbrotfans, doch dies ist wahrlich das traurigste mögliche Ende für ein Toastbrot.. Also widmen wir uns wieder den frittierten Snacks. Wenig gestärkt brechen wir auf und laufen zu einer verlassenen Pagoda, eine knappe Stunde ausserhalb des Dorfes. Trotz den Strapazen der letzten 24 Stunden und dem Schlafmangel, lassen wir uns die Laune nicht verderben und geniessen einen wunderbaren Sonnenaufgang.

Samstag, 21. Januar 2017

Verkatert

Wir sind verkatert, wie schon lange nicht mehr. Also viel mehr unser Waden um genau zu sein. Unser Auf- und Abstiegprogramm war einfach zu viel für sie.
Am Mittwoch sind wir von Hpa An, ausgesprochen pa-an auf den Mount Zwegabin gestiegen. In brütender Nachmittagshitze und hoher Luftfeuchtigkeit ging es die 700 Höhenmeter hinauf. Die Tortur war es alleweil wert. Übernachtet haben wir zuoberst im Kloster mit bester Aussicht und einem mässigen Sonnenuntergang. Für die Unterhaltung sorgten die äusserst dreisten Affen rund um die Stupa.
Am Donnerstagmorgen früh nach einer Nacht auf einer dünnen Matratze und bloss leichten Lagerungsschäden genossen wir den Sonnenaufgang.

Der ganze Dank für das Foto geht an Riley, denn wir hatten wieder einmal unseren Selfie-Stick irgendwo vergessen;)

Anschliessend machten wir uns an den Abstieg und dieser setzte uns und vorallem unseren Waden zu. 700 Meter runter, allles Treppe. Unten Angekommen hält sofort ein Pick-up, welches uns nach Hpa An bringt. Kurz frühstücken, Rucksäcke abholen, Pick-up für die Weiterreise suchen und zwei Stunden später sind wir im kleinen, wenig besuchten Thaton. Nach dem Einchecken im Hotel und Kleiderwaschen im Lavabo machen wir uns auf Erkundungstour. Besonders reizt uns die Pagoda auf dem Hügel, zuoberst, mit bestem Ausblick. Leider verspäten wir uns etwas und so rennen wir mit den sportlich ambitionierten Einheimischen barfus die mehreren hundert Stufen hoch. Zwar schon wieder verschwitzt aber genau zur richtigen Zeit für den Sonnenuntergang erreichen wir die Pagoda. Ein mehr als mässiger Sonnenuntergang mit bester Aussicht.

Am Freitag gehts schon wieder früh los. Um 7 Uhr müssen wir nämlich fertig gepackt am Busbahnhof sein. Es geht weiter zum berühmten Pilgerort "Golden Rock". Wir fahren mit einmal Umsteigen nach Kinpun, beziehen unser Zimmer und um kurz nach 10 Uhr sind wir bereits wieder startklar. Wir wollem den 12 km langen Aufstieg zu fuss machen anstatt mit dem Lastwagen. Gegen 15 Uhr haben wir unser Ziel erreicht und bewundern die Pilger und den goldenen Felsen. Das Treiben erinnert mehr an Jahrmarkt. Hier wird alles feil geboten (auch Maschinenpistolen aus Bambus), mit ferngesteuerten Autos gespielt, im Schatten geschlafen oder gegessen und von Zeit zu Zeit meditiert, gebetet oder Plattgold an den Fels geklebt. Irre. Uns tun die Beine unterdessen so weh, das wir den Weg hinunter mit dem Truck machen. Als wir in Rolercoaster-Manier die schmale Strasse auf der Ladefläche eines Lastwagens hinunterschiessen sind wir froh, dass wir den Weg hinauf zwar unter Mühen und schmerzenden Beinen aber nicht ganz so halsbrecherisch bewältigt haben.
Gestern ging es dann weiter nach Bago. Alles tut weh. Also vorallem die Waden. Wir bewältigen jede Stufe unt er Ächzen und mit verzerrtem Gesicht. Aus dem Bus kamen wir kaum, alte Frauen bieten uns ihre Gehhilfen an und Taxifahrer bieten horrende Rabate, wenn sie uns kommen sehen.Am schlimmsten sind Treppen hinunter zu steigen und unser Hotelzimmer ist im zweiten Stock mit sehr steilen Treppen.

Mittwoch, 4. Januar 2017

Thailand

Wir sind in tropische Regionen vorgestossen und erhalten einen Vorgeschmack auf die Monsunzeit. Es schiffet..

Nach einem überraschenden Zusammentreffen mit Bekannten aus Winti und anschliessendem Jassabend mit thailändischem Bier, verbringen wir den heutigen Tag im Trockenen und planen die Weiterreise. Morgen starten wir in das Abenteuer Myanmar (falls sie uns rein lassen)..  Wir werden das Land von Süd nach Nord durchqueren, wobei wir die ersten paar hundert Kilometer mit dem Schiff zurücklegen müssen. Die Touris lassen sie im Süden noch nicht auf die Strasse, wiesoauimmer.. 

Inzwischen haben wir uns etwas an Thailand gewöhnt, obwohl uns das Essen immer wieder zu Tränen rührt und wir etwas kämpfen müssen, damit uns am Ende wirklich keine Krebse im Salat überraschen.  Die Kommunikation ist deutlich schwieriger als wir es im touristischen Thailand erwartet haben.

Samstag, 24. Dezember 2016

Weihnachtspost

 

 Wir wünschen euch allen schöne, weisse Weihnachten und schicken liebe Grüsse aus Bangkok!