Samstag, 24. Dezember 2016

Weihnachtspost

 

 Wir wünschen euch allen schöne, weisse Weihnachten und schicken liebe Grüsse aus Bangkok!




Samstag, 3. Dezember 2016

Nepal

Da wir schon vor zwei Jahren in Nepal waren, fühlte sich die Ankunft in Kathmandu an wie nach Hause kommen. Das bekannte Chaos, bekannte Grüche und Bilder. Wir steuerten geradewegs unser Lieblingsrestaurant in Kathmandu an. Nach dem "vegi-unfreundlichen" Iran, haben wir uns extrem auf die nepali und indische Küche gefreut.

Nach nur einem Tag in Kathmandu, rumpelten wir im vollbepackten Bus 8 Stunden nach Jiri, dem Ausgangspunkt unseres Trekkings. während den nächsten 25 Tagen wanderten wir Tag für Tag ein paar Dörfer weiter. Anfangs noch durch Reis- und Hirsefelder, durch Wälder und über Wiesen. Mit zunehmender Höhe wurde die Lanfschaft karger und rauer und die Nächte wurden kalt. Im Schlafsack, mit Wärmeflasche, zusätzlichen Wolldecken Mütze und Schal war es kuschlig warm. Umso mehr Überwindung brauchte es aber morgens um aufzustehen. Beim Gang auf die Toilette bemerkte man wie kalt die Nacht war, wenn Eisschollen in der Kloschüssel umhertrieben.

Das Akklimatisieren gelang uns zunächst gut und wir fühltens uns fit als wir den Gokyo Ri (5360m.ü.M) bestiegen und den Cho La Pass (5420m.ü.M) überquerten. Danach setzten jedoch die Kopfschmerzen ein und wir entschieden, den Kala Pattar und das Everest Basecamp aus unserem Programm zu streichen und abzusteigen. Zu viele Helikopter haben wir gesehen, die Trekker mit akuter Höhenkrankheit nach Kathmandu flogen.
So hatten wir ein paar freie Tage und die Gelegenheit einen Abstecher ins schöne Thametal zu machen, bevor wir nach Lukla wanderten. Den abenteuerlichen Start auf der kurzen Piste in Lukla überstanden wir unbeschadet und kehrten nach vier Wochen weg von der Zivilisation zurück ins chaotische Kathamndu.

Nun sind wir bereits seit ein paar Tagen in Pokhara und geniessen die Ruhe am See und planen die Weiterreise. Wir sind uns einig, nach Hause zieht es uns noch lange nicht ;)

Donnerstag, 3. November 2016

Iran 2.0

Nun sind wir also wieder raus aus dem Iran und dürfen schreiben was wir wollen..  Wir verlassen das Land mit etwas zwiegespaltenen Gefühlen. Auf der einen Seite steht das einmalige Reiseerlebnis, mit den durchwegs positiven Erfahrungen. Wir haben die Zeit enorm genossen, hatten viele tolle Begegnungen und durchquerten traumhafte Landschaften. Dabei konnten viele Vorurteile abgebaut werden. Die Regeln, mit welchen wir uns vor der Reise vertraut machten, waren lange nicht so streng wie befürchtet. Im Gegenteil, wir hatten den Eindruck, dass diese Regeln nur den Schein in der Öffentlichkeit wahren sollte. Schaute man aber etwas hinter die Fassade und sprach mit den Menschen, sah es ganz anders aus. Beispielsweise brauen die meisten Leute zu Hause ihr eigenes Bier oder Wein, sie hören westliche Musik und der Schwarzmarkt mit Hollywood Filmen floriert. In der Wüste werden illegale Partys veranstaltet mit Alkohol, Techno und Frauen und Männern, die miteinander tanzen. Polizei und Behörden scheinen das zu wissen, akzeptieren dies auch, solange es nicht in der Öffentlichkeit geschieht.
Während unserem Aufenthalt haben wir das Buch "Iran ist anders" gelesen und damit zusätzliche Informationen zu Geschichte, Religion und Politik erhalten. Dies trübte unser positives Bild vom Iran. Von Dingen wie Meinungs- oder Pressefreiheit ist das Land weit entfernt und auch was zum Beispiel Frauenrechte anbelangt zeichnete das Buch ein düsteres Bild. So hat die Aussage einer Frau vor Gericht auch heute noch nur halb so viel Gewicht wie jene eines Mannes.
Beim Reisen kriegt man wenig mit von der Unterdrückung, doch im Gespräch mit den Einheimischen, vor allem mit jungen Menschen erfährt man von der Unzufriedenheit mit der Regierung und der religiösen Führung. Wir werden sehen, wie sich das Land in den nächsten Jahren weiterentwickelt..
Nun sind wir also in Nepal angekommen, es ist ungewohnt bunt hier ;)
und so sieht das Programm für den November aus:

Freitag, 28. Oktober 2016

Dubai



Ein weiteres Ziel unserer Weltreise: der Flughafen von Dubai. Mit Sicht auf die Skyline im Sonnenuntergang sind wir in Dubai zwischengelandet. Hier gibts es wieder unzensiertes Internet, keine Kopftuchpflicht und Alkohooool. In wenigen Stunden gehts weiter nach Kathmandu.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Iran

Vor der Ankunft in Teheran konnten wir nicht richtig abschätzen, was uns erwarten würde. Etwas besorgt, ob wir auch korrekt angezogen sind, machten wir uns auf den Weg und stürzten uns in das Abenteuer Iran. Die Sorgen waren absolut unbegründet. Wir wurden von den herzlichen Iranern und Iranerinnen empfangen und fühlten uns sofort wohl.
Aus Teheran flohen wir mit dem Nachtzug als bald möglich, es war zu stressig, hatte zu viel Lärm und zu schlecht war die Luft.
So ging die Reise weiter nach Isfahan, wo wir im üppigen Touristenstrom kaum auffielen. Nach ausggiebigem Sightseeing war uns nach etwas Abgeschiedenheit und Ruhe. Dazu fuhren wir mit dem Bus auf einen Abstecher in die Wüste nach Farahzad. Wir wurden nicht enttäuscht und verbrachten drei Nächte in fast absoluter Stille zwischen Sanddünen und Kamelen. Weiter ging es nach Yazd, wo zufällig die Aschura Zeremonien stattfanden, dem höchsten schiitischen Feiertag. Wir hatten die grossartige Möglichkeit an den Zeremonien teilnehmen zu können. Zusammen mit unserer Ferienbekanntschaft Jörg, den wir in Farahzad kennenlernten, ging es in die nächste Wüste, um die Kalouts zu bewundern und eine Nacht unter dem Sternenhimmel zu verbringen. Via Kerman kamen wir nach Shiraz, wo wir zurzeit sind.
Iran hat enorm viel zu bieten. Landschaftlich ist es wunderschön, kulturell sehr interessant und die Leute sind hilfsbereit und interessiert, ohne aufdringlich zu sein. Die sprachlichen Hürden werden mit Händen und Füssen überwunden. Mit Abbas und seinem geliebten englischen Oldtimer besuchten wir gestern Persepolis. Ansonsten besuchen wir unzählige Moscheen mit ihren wirklich schönen Kuppeln und Miranetten!
Klulinarisch tun wir uns eher schwer. Die Küche, die überwiegend aus Fleisch besteht, macht es uns schwierig traditionelles Essen zu versuchen. Und seit wir wissen, dass auch Schafskopf, -hirn und -Füsse auf dem Speiseplan stehen, sind wir nicht mehr so mutig beim bestellen. "Kashk badenjan" ist eine sprachliche Herausforderung, ist aber vegetarisch und schmeckt himmlisch.
Etwas ungewohnt ist auch die Tatsache, dass es in Iran kaum ein öffentliches Leben gibt. So gibt es kaum Cafe's wo man gemütlich draussen sitzen kann und keine Bar's, um Abends die Zeit zu vertreiben. Auch Restaurants gibt es nur wenige und sie sind schwer zu finden, da sie sich meist irgendwo im Keller befinden. Da sind wir froh, wenn wir ein Hostel mit einem gemütlichen Innenhof finden, der einlädt zum verweilen. 

Freitag, 30. September 2016

ausgeradelt

Kastraki - Larissa 88km
Larissa - Almyros 75km
Almyros - Loutra Edipsou 58km
Loutra Edipsou - Eretria 124km
Eretria - Athen 51km

Nach insgesamt 5778km haben wir Athen erreicht! Wir sind 90 Etappen durch 11 Länder geradelt und haben 68 Nächte im Zelt verbracht. Hatten einen platten Reifen (6km vor Athen...), drei gebrochene Schrauben, zwei gebrochenen Fahrradständer und einen gebrochenen Gepäckträger (55km vor Athen...). Wir sind 8 Mal gestürzt, 6 davon klassisch elegante Klicker-Pedal-Stürze. Haben unzählige Tiere gesehen lebendig oder flachgewalzt und haben einige Schildkröten über die Strasse begleitet. Wir haben ca. 167 mal Börek und Tomaten-Gurken-Feta Salat gegessen und viele Kilo Wassermelonen verdrückt.

Nun sind wir also in Athen.. Traurig haben wir von unseren Rädern abschied genommen und haben uns in den letzten drei Wochen langsam in Backpacker-Reisende verwandelt. Den Rest der Zeit haben wir auf dem iranischen Konsulat verbracht und die Aufträge des schlecht gelaunten Beamten ausgeführt. Dies hat zur Folge, dass wir heute Abend nach Teheran fliegen und in den nächsten vier Wochen auf Entdeckungsreise im Iran sind.

Das letzte Fondue ist gegessen, das Gepäck ist alkoholfrei und das Kopftuch sitzt, das nächste Abenteuer kann losgehen! :)

Montag, 5. September 2016

Auf nach Athen

Fushe Kruje - Tirana 24km
Tirana - Berat 125km
Berat - Vlora 92km
Vlora - Vuno 64km
Vuno - Sarandë 63km
Ausflug nach Gjirokastra
Sarandë - Ksamil 14km
Ksamil - Ioannina 124km + 1500Höhenmeter Aufstieg
Ioannina - Kastraki 122km + 1600 Höhenmeter Aufstieg



Etwas wehmütig nahmen wir nach 5 Wochen abschied von Albanien. Diesen Grenzübertritt feierten wir mit einer Monsteretappe nach Ioannina, mit vielen Kilo- und Höhenmetern. Danach haben wir uns einen Tag faulenzen gegönnt, bevor wir mit gemütlichen Etappen weiter richtung Athen fahren.. dachten wir..
Grob geschätzt war der nächste Abschnitt bis Kastraki 60 - 80 km.. Osmand belehrte uns eines Besseren und spuckte bei seiner Berechnung 110km aus.. oke auch das ist gut machbar.. dachten wir.. dennoch zoomten wir etwas überrascht näher und da waren sie, die vielen Kurven und Höhenlinien, oh, und ein Skigebiet.. Die Passhöhe fanden wir schlussendlich auf 1700m.ü.M..
Nun die einzige alternative dazu ist auf der Autobahn durch den Tunnel, wie es uns der Campingbesitzer in Albanien empfohlen hatte. Es habe ja auf der rechten Seite einen Streifen extra für Radfahrer...  ah, ja?
Wir entschieden uns für den Pass. Challenge accepted..

Bei Sonnenaufgang sassen wir bereits auf den Rädern und bezwangen den Pass in den nächsten Stunden Kurve um Kurve. Sogar der innere Schweinehund verhielt sich ruhig. Zu kämpfen hatten wir dafür mit Hirtenhunden, die im Rudel ihre Ziegen verteidigten.
Belohnt wurde der Aufstieg mit traumhaften Ausblicken und dem beflügelnden Gefühl wieder einen Pass geschafft zu haben!